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Projektmanagement

Prozessorganisation

Die Prozessorganisation umfasst die dauerhafte Strukturierung von Arbeitsprozessen unter der Zielsetzung, das geforderte Prozessergebnis möglichst effizient zu erstellen.(Manfred Schulte-Zurhausen: Organisation. 4. Auflage., Seite 57).

Der ganzheitliche Blick auf das Unternehmen ist das zentrale Element der Prozessorganisation.

Eine vertikale (hierarchische) Sichtweise ist hier nicht sinnvoll. Es werden Prozesse betrachtet.

Prozessorganisation - Gliederung des Entwicklungsprozesses

Eine Entwicklung über einen längeren Zeitraum soll überschaubar und kontrollierbar sein. Um dies zu erreichen, werden Entwicklungsabläufe in Entwicklungsphasen gegliedert.



Prozessorganisationsplan

Der Prozessorganisationsplan beschreibt den Entwicklungsprozess und bestimmt:

Phasenziel: Definition des geplanten Ergebnisses einer Prozessphase

Unterteilung des Entwicklungsprozesses

Sequentielle Prozessgliederung: hierarchischer Aufbau.

Mehrstufige Untergliederung:

1. Prozessabschnitte (z.B. Planung)
2. Prozessphasen (z.B. Systementwurf)
3. Prozessschritte(z.B. Leistungsbeschreibung)

Baseline: Entwicklungszwischenstand

Der Prozess sollte nur so weit unterteilt werden, wie es notwendig sowie für Größe 
und Art des Vorhabens adäquat ist. So wird ein zusätzlicher Planungs- und Überwachungsaufwand vermieden.


Prozessgliederung mit Meilensteinen

Einzelne Entwicklungsabschnitte können unabhängig voneinander und zeitlich 
parallel ablaufen. Sie bilden ein Prozessnetz. Der Entwicklungsprozess wird als 
Ganzes betrachtet, wobei die Meilensteine als besonders  wichtige Tätigkeitsabschnitte Entscheidungszäsuren bilden.


Meilensteinkennzeichnung

„Start-“ und „Ziel-Meilenstein“ definieren die fachliche Ausgangsbasis, bzw. das zu 
erreichende Ergebnis, und rahmen somit einen Prozessabschnitt ein. 
Um Meilensteine eindeutig zu identifizieren, werden standardisierte Bezeichnungen 
verwendet. Dies fördert zudem einheitliches Prozessdenken. 

Abschnitte des Produktlebenszyklus als Prozessabschnitte:


Meilensteinergebnisse

Die notwendigen Voraussetzungen zu Beginn, sowie die abzunehmenden Ergebnisse 
zum Abschluss des Prozessschrittes werden für jeden Meilenstein definiert und wie 
folgt gegliedert:

Der weitere Verlauf des Projekts wird für bestimmte Pflichtmeilensteine „Meilensteine zur Ergebniskontrolle“ in Entscheidungssitzungen bestimmt (Phasenentscheidungssitzungen)

Beispiele für Entscheidungszäsuren:




Arten von Prozessorganisationen

Da Entwicklungsbereiche sehr unterschiedlich sind, wird ein einheitlicher Prozessablauf nicht funktionieren. Erforderlich ist vielmehr eine spezifische Prozessorganisation, die für die jeweilige Entwicklung ablauf- und aufgabenoptimiert ist.

Betrachtet man HW- und SW-Entwicklungsprozesse, lassen sich drei Formen der  Prozessorganisation unterscheiden:



Entkoppelte Prozessorganisation

Durch exakte Schnittstellenkonvention wird eine vollständige Unabhängigkeit von 
HW- und SW-Entwicklung erreicht. 
Beispiel: Entwicklung von Haushaltsgeräten


Koordinierte Prozessorganisation

Bestimmte Prozessabschnitte können für HW und SW gemeinsam verlaufen. 
Meilensteine bilden Koordinationspunkte, ansonsten verläuft die SW-Entwicklung
weitestgehend selbstständig.

Beispiel: Entwicklung von Betriebssystemen


Integrierte Prozessorganisation

Zusammenwirken von HW- und SW-Entwicklung ist so eng, dass eine ständige 
Abstimmung nötig ist.

Beispiel: Entwicklung intelligenter Endgeräte


Beispiele von Prozessorganisationsplänen

Prozessorganisationsplan: Definition der einzelnen Entwicklungsphasen 
Ablauforganisatorische Angaben

Phasenplan: komplette Planungsinformation
Prozessplan: einzelne Abläufe
zeitliche und logische Abhängigkeiten

(häufig Prozessorganisationsplan = Prozessplan)

Jede Entwicklungsart erfordert ihre eigene Prozessorganisation - Die Verwendung eines Einheits-Prozessplans ist niemals möglich!




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